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Philosophie,

was für ein großes Wort!
Natürlich erwartet man von einem Koch, dass er da nur was von seiner Vorstellung übers Kochen von sich gibt, und sich nicht in tiefgehenden Allgemeinphilosophien ergötzt – keine Sorge, ich werde Ihnen nur einige meiner Gedanken über Kochen und Essen unterbreiten.

Was waren wir doch in den vergangenen Jahrzehnten in fremden Küchen unterwegs! Über den Brenner nach Italien, weiter nach Griechenland, in den asiatischen Raum und selbst den Orient haben wir kulinarisch entdeckt. Meist mussten wir dafür nicht mal selbst auf Reisen gehen.

Nun, so denke ich, ist es an der Zeit, wieder „nach Hause“ zurückzukehren, aber dennoch diese neu gewonnenen kulinarischen Eindrücke und Ideen mit in die heimatliche Küche einzuarbeiten. Ganz behutsam, ganz gelassen aber doch auch mit Mut zum Besseren.

Endlich vorbei die Zeiten, als es gesellschaftlich aber auch so was von unschick war, sich an einem Braten zu erfreuen oder gar Bier zum Essen zu trinken.

Ja nun, so ganz verteufeln möchte ich diese wundersame „Kulinarische Länder vereinigt euch“ -Geschichte auch wieder nicht: sie hat auch was gebracht.
Die Globalisierung hat unsere Sinne, im Besonderen unseren Geschmackssinn erweitert, sie hat der regionalen (nicht nur der bayerischen) Küche, die oft ja schon klischeehaft zitierte Schwere genommen. Sie hat sie zeitgemäßer, weltoffener, raffinierter, pfiffiger und viel, viel vielseitiger werden lassen.
Kurz: sie hat uns gutgetan.

Jetzt gilt es aber schon wieder sich mit anderen Gegebenheiten auseinander zu setzen. Täglich auf allen Kanälen, in allen Zeitungen, einfach überall werden wir mit kulinarischen Ratschlägen (Ratschläge sind auch nur Schläge) überhäuft.

Sie, sehr verehrte Leserin, sehr verehrter Leser, die Sie keine professionelle Kochausbildung, keine internationalen Gourmetwanderjahre hinter sich haben, wie müssen Sie sich denn jetzt fühlen?

Bitte lassen Sie sich nicht verwirren von all den tollen Tipps und Hinweisen, von den vielen Wahrheiten und gut gemeinten Vorschlägen.
Sie – nein, Sie brauchen das nicht, Sie kochen so, wie Sie`s gut finden und so wie es Ihrem Publikum schmeckt, die vorhin genannten Einflüsse haben Sie schon ganz automatisch in Ihre Kochphilosophie integriert.

Das wollte ich nur mal gesagt haben.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Freude beim Kochen und Genießen

Ihr

Andreas Geitl

Ein wenig Persönliches...